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Ausgabe III/2008

Die 4-Stunden-Woche

Er ist nicht nett. Oh nein, er ist überhaupt nicht nett. Er ist das Gegenteil, nämlich ziemlich rücksichtslos. „Einfachheit erfordert Rücksichtslosigkeit“, schreibt er. Schnallen Sie sich also an, falls Sie erwägen, Timothy Ferris´ 341-Seiten-Rüttel-und-Schüttelwerk „Die 4-Stunden-Woche“ nicht nur unbeteiligt zu lesen, sondern an sich ran zu lassen. Und auf IHR Leben anzuwenden.

Natürlich, der Autor is´n Ami. Noch dazu Jungspund. Hat grad mal das Twen-Alter hinter sich gelassen. Ich hör´ schon allgemeines Gezeter: „Typisch amerikanisch! Der hat doch keine Ahnung! Bei UNS läuft das alles gaaanz anders!“

Nein, es läuft genauso. Jedenfalls in dem zentralen Thema, mit dem der Autor seine Leser im ersten Teil des Buches immer wieder traktiert: der Angst, der Leere im eigenen Leben zu begegnen. Und der daraus resultierenden Neigung – ja, Sie tippen richtig –, zu a r b e i t e n. Unter anderen zitiert Tim Ferris, fast im Nebenbei, einen gewissen Seneca. Und zwar mit der Erkenntnis, dass die Liebe zur Geschäftigkeit nicht dasselbe sei wie Fleiß. In Mr. Ferris´ Worten: „Einsatz ist oft nichts weiter als eine andere Bezeichnung für sinnlose Arbeit.“

Uff!

Und wofür nun soll sich der gern arbeitende Deutsche, Österreicher, Schweizer oder sonstige Nord-Europäer mit seiner Leere beschäftigen? Den Lohn für die Mühe haben der Autor und sein deutscher Verlag auf die Titelseite gepackt. Als Unterzeile zur bereits genannten 4-Stunden-Woche (ist nicht allein schon das unverschämt?): „MEHR ZEIT, MEHR GELD, MEHR LEBEN“. Tatsächlich, so steht´s da. Auch noch in Versalien.

Der Mann ist aber nicht nur dreist. Er tritt einem zwar kräftig in den Vorgarten, aber das tut er mit Substanz. Er ist den Weg glaubhaft selber gegangen. Seine Vorschläge und Übungen haben Substanz (nicht alle, aber zumindest überwiegend). Und sie sind mit didaktischem Geschick aufgebaut. Ich fühlte mich von der ersten Seite an eingeladen, angeregt, sehr bald begeistert. Trotz aller Konfrontation. Denn man muss ja zwangsläufig hinschauen, wie man arbeitet, was man da so alles tut, wozu das Ganze denn gut ist und wie man es effektiver erledigen könnte.

„Weniger zu arbeiten bedeutet nicht, faul zu sein.“
Das beruhigt dann wieder, nicht wahr?
Dann will ich Ihnen auch nicht die Verheißung vorenthalten:
„Es ist möglich, weniger zu arbeiten und mehr zu leisten.“
Okay. Just do it.

Etwa nach der Lektüre eines Drittels der „4-Stunden-Woche“ sah es so aus, als ob Mr. Ferris eines seiner Anliegen bei mir erreichen sollte: bestimmte Träume nicht länger zu verschieben. Mal sehen, ob diese Wirkung vorhält. Durch das Buch sind mir einige dieser Träume wieder eingefallen. Ideen und Wünsche, die merkwürdigerweise und irgendwie und ich-weiß-auch-nicht-wieso auf der Strecke geblieben sind in all den Jahren. Kennen Sie das? Vielleicht von einem Nachbarn oder so?

Timothy Ferris, „Die 4-Stunden-Woche; Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben“, Econ, 6. Auflage 2008, in Deutschland 16,90 Euro

Mediation auf dem Vormarsch

„Für die Berliner Unternehmen gewinnt die Mediation als eine Möglichkeit der einvernehmlichen Streitbeilegung eine immer größere Bedeutung”, berichtete die IHK Berlin auf ihrer Internetseite. Sowohl die Anwaltschaft als auch die Justiz hätten sich auf Mediation eingestellt, es lohne sich oft, sich auf ein solches Verfahren einzulassen. Unternehmen sparten Zeit und Geld. Außerdem sei die Chance, die Geschäftsbeziehung zu erhalten, wesentlich größer. Laut Jan Eder, IHK-Hauptgeschäftsführer Berlin, verlieren deutsche Unternehmen wegen interner oder externer Streitigkeiten jedes Jahr insgesamt mehr als 50 Milliarden Euro (Quelle: www.berlin.ihk24.de/produktmarken/recht_und_fair_play/News/Mediation.jsp).

Ich empfehle Ihnen eine Mediation sehr, falls Sie selbst mit einem Konflikt zu tun haben oder jemand aus Ihrem Kollegen-, Freundes- oder Bekanntenkreis. Seit meiner Ausbildung zum Mediator vor acht Jahren hat sich die Methode nach meiner Beobachtung bedeutend weiter entwickelt, sie ist offensiver und damit noch wirksamer geworden. Auf meinen Webseiten finden Sie einige grundlegende Informationen (mann-frau.de/mediation). Für alles Weitere bitte ich Sie um einen Anruf: 033 841/42 026

Themen finden für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Im Online-PR-Newsletter habe ich einen interessanten Beitrag gefunden, wie man Themen findet, die die Medien mit größerer Wahrscheinlichkeit auch aufgreifen. Denn klassische Anlässe wie Unternehmensmeldungen, Jubiläen oder Geschäftsübergaben reichen für kontinuierliche und Image bildende Pressearbeit oft nicht aus. Wer regelmäßig in der Presse auftauchen und somit nachhaltig in den Fokus der Zielgruppe gelangen möchte, braucht aussagekräftige Themen. „Dieser Beitrag verrät, wo sie zu finden sind“, versprechen die Kollegen vom PR-Newsletter. Sie finden ihn hier: pressefalke.de/blog/themen-finden-fuer-presse-und-oeffentlichkeitsarbeit . Ist einen Blick wert.

Coaching für Gründer aus der Arbeitslosigkeit wird bis zu 100% bezuschusst

Wer arbeitslos war und eine Firma gründet, kann im Rahmen des Programms „Gründercoaching Deutschland“ besonders kräftige Zuschüsse für Expertenhilfe beantragen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW finanziert in diesen Fällen 90 Prozent der Kosten, wenn:
__das Coaching innerhalb des ersten Jahres nach der Gründung in Anspruch genommen wird, __das Beratungshonorar höchstens 4000 Euro netto beträgt und
__pro Beratertag höchstens 800 Euro netto berechnet werden.

Das Angebot ist vor allem für jene interessant, die Gründungszuschuss bekommen haben. Für Empfänger von ALG II übernimmt in zu begründenden Fällen die Agentur für Arbeit den zehnprozentigen Eigenanteil.

„Gründercoaching Deutschland“ unterstützt schon seit Oktober 2007 Gründungen, jedoch nicht so üppig wie seit diesem Jahr Gründen aus der Arbeitslosigkeit. Die Zuschüsse betragen im Normalfall in fast allen Regionen der alten Bundesländer 50 Prozent der Beratungskosten, in den neuen 75. Das Programm richtet sich an bereits gegründete Unternehmen bis zum fünften Jahr ihres Bestehens. Rufen Sie mich an, wenn Sie sich dafür interessieren. Ich gebe Ihnen gerne Tipps und Hinweise. Oder schicke Ihnen Info-Material und Anträge per E-Mail.

Förderfähig sind bis zu 800 Euro pro Tagwerk, das Gesamthonorar des Beraters darf höchstens 6000 Euro betragen (zur Erinnerung: bei Gründen aus der Arbeitslosigkeit höchstens 4000 Euro). Je nach regionaler Zugehörigkeit des Unternehmens können förderfähige Tageshonorare zu 50% in den alten Bundesländern, zu 75% in den neuen bezuschusst werden. Ebenfalls 75% erhalten Unternehmen mit Sitz in „Phasing-out”-Regionen wie Südwest-Brandenburg, Regierungsbezirke Lüneburg, Leipzig und Halle. Das Coaching darf bis zwölf Monate dauern.

Prima! Dieses Format, junge Unternehmen zu unterstützen, orientiert sich – endlich – an der Praxis und berücksichtigt reale Beraterhonorare. Augenscheinlich bearbeiten die Regionalpartner die Anträge auch recht unbürokratisch, was in Kollegenkreisen so zu hören ist. Es gibt sie also doch noch, die guten Nachrichten …

Sie brauchen ein Problem? Können Sie kaufen!

Schade, ich kann nicht drüber lachen. „Online-Portal verkauft Probleme“, das war die Überschrift einer Meldung bei www.pressetext.de am 1. November. Glauben Sie nicht? Ehrlich, isso. „Auf need a problem bieten wir weltexklusiv Probleme an”, tönt Martin Koncilja, einer der drei Schweizer Mitbegründer der Plattform. Auf eben dieser können Sie ein Problem käuflich erwerben, wenn Ihr Leben „ausgefüllt und sorgenfrei“ ist – und nach Meinung der Betreiber von www.needaproblem.com deshalb „langweilig“. Ihnen fehlen nämlich „Kontraste“.

Toll! Wir können aus einer breiten Palette wählen. Vom trivialen Problem für einen einzigen kecken Euro bis zur fast unlösbaren Herausforderung für schlappe 5000 davon. Echte Schnäppchen also. In der Tat Kontraste.

„Wir wollen dem Leben der Menschen einen Kick geben“, sagen die Gründer allen Ernstes. Wie wär´s, liebe Jung-Unternehmer, ihr fordert eure Kunden auf, mal für zwei, drei Stunden den www-Bildschirm im warmen Loft hinter sich zu lassen und mal hinaus zu schauen? Am besten, ihr tut es ihnen gleich nach! Dort gibt es eine echte Welt. Dort gibt es echte Probleme. Und Kontraste. Jede Menge davon.


Fast war es das für diesmal. Bevor ich Ihnen noch einen höchst amüsanten Zweieinhalb-Minuten-Video-Tipp gebe, wünsche ich Ihnen eine übersichtliche Adventszeit, herzhafte Geschäfte und gute Freunde, mit denen Sie all das gebührend feiern können.

Ihr
Robert Heeß

„Der kleine plappernde Kaplan …

… klebt poppige peppige Pappplakate an die klappernde Kapellwand“ – eine großartig inszenierte „sprecherzieherische Exkursion“ von Puppenspieler Rene Marik mit Maulwurf und Frosch. Absolut sehenswert! Und hier zu finden: www.youtube.com/watch?v=U_XzfTdhyns. Viel Spaß!


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