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::: ::: ::: Marketing für kleine Unternehmen ::: ::: :::

Hauptspalte.

Ausgabe IV-2001

Dezember 2001

Hallo, Grüss Gott, Guten Tag,

falls Sie sich gerade im Vorweihnachts-Was-Soll-Ich-Bloss-Schenken-Stress befinden, entspannen Sie sich – ich hab da was für Sie. Achtung, ich zitiere: „Nie mehr ohne: Jetzt haben Sie auch unterwegs Ihre Eisenbahn dabei. Platzsparend im Aluminium-Koffer. Hersteller: NOCH. Inklusive Lok Märklin BR 24, zweier Personenwagen – Donnerbüchsen – und Netzgerät. Spur Z. Masse: 11×35 x 49 cm. Bestell-Nr. 50602. EUR 775,- / DM 1.515,77.”

Na gut, ich geb´s zu, für Ihre Frau oder Ihre beste GeschäftsfreundIN ist das Köfferchen vielleicht nicht gerade der Mega-Bringer, aber männliche Beschenkte kriegen bestimmt feuchte Augen vor Rührung. Und von der netten Zugbegleiterin gibt´s dann auch noch ein verständnisvolles Lächeln dazu, wenn Sie freudig erregt im ICE sitzen und Ihre neü Märklin-Lok auf Ihrem Schoss kreisen lassen. Oder meinen Sie nicht?

Sie denken, das kauft doch sowieso kein Mensch? Da wär ich mir in unserer Spass- und Konsumgesellschaft nicht so sicher. Vielleicht wollen Sie´s genau wissen: www.bahnshop.de, Telefon 0511 / 8604-653.

Ein-Personen-Unternehmen …

...werden im Jahr 2025 die Wirtschaft Deutschlands prägen, die Erwerbstätigen werden überwiegend als „Ich-AGs” projektbezogen in wechselnden Teams tätig sein. Das haben laut „wirtschaft & weiterbildung” (Juli/August-Ausgabe 2001, Jünger, Telefon 069/8400030) Zukunftsforscher der Münchner Hypo-Vereinsbank herausgefunden.

Ich selbst arbeite seit fast zehn Jahren nach diesem Prinzip, also keine Angestellte, aber ein grosses Netzwerk kompetenter und hoch motivierter Freelancer mit klaren Profilen. Je nach Projekt können wir so die passende Mannschaft zusammenstellen. Das macht erstens Spass, ist zweitens effektiv, drittens kostengünstig und damit viertens für den Auftraggeber Grund genug, uns zu engagieren.

In einem brillianten Buch hat die Journalistin und Filmemacherin Gundula Englisch das, was die Münchner Forscher sagen, in kluge Zusammenhänge gebracht. Aus Vorgesetzten müssen „Vorgenetzte” werden und der Blick auf den Menschen wichtiger als die Beschäftigung mit Geschäftsprozessen. „Jobnomaden – Wie wir arbeiten, leben und lieben werden”, heisst das Werk (Campus, 2001, EUR 21,50). Selten habe ich ein inhaltlich so packendes und sprachlich so unprätentiös daherkommendes Fachbuch gelesen.
Und wissen Sie was? Es kostet ein Bruchteil dessen, was Ihnen bahnshop.de für die Alu-Bahn abknöpft!

„Keine Zeit …

...ist die häufigste Ausrede”, meldete „management & training” in seiner Juli-Ausgabe (Luchterhand, Redaktions-Telefon 06192/408-203). Ausrede, wofür? Für das Beziehungsmanagement in Unternehmen. „Keine Zeit” also, Kontakte unter den Mitarbeitern zu pflegen, Konflikte zu klären und ein positives Arbeitsklima zu schaffen. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Umfrage der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft (Bad Harzburg, Telefon 05322/73141, www.die-akademie.de).

Fast 40 Prozent der 242 befragten Manager hatte für Soziales „keine Zeit”. Und das, obwohl die Mehrheit der Führungskräfte „die Bedeutung des internen Beziehungsmanagements” mit der „Erreichung der Unternehmensziele” in unmittelbaren Zusammenhang brachte. Abgesehen von der wenig prickelnden Formulierungskunst – es ”-ung”t einfach zu sehr – halte ich die Ausrede der Manager, wenn auch verbreitet und gesellschaftlich anerkannt, für geradezu gefährlich. Schliesslich geht es um Menschen, um deren Zufriedenheit und Motivation und damit um Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmenserfolg.

Immerhin: Jeder achte Manager gestand „Unsicherheit” ein bei der Aufgabe, Beziehungen zu managen. Lobenswert offen, denn „keine Zeit” zu haben, ist schlicht gelogen. Wir haben immer Zeit! In der Regel 24 Stunden pro Tag. Der Mensch hat nur etwas anderes vor, wenn er kund tut, er habe keine. Die Umstände verantwortlich zu machen, erscheint noch immer einfacher. Und:

Beziehungsmanagement …

...ist nicht gerade ein verbreitetes Unterrichtsthema, weder an Hochschulen noch in Management-Trainings. Wie die Umfrage zeigt, ist die Bereitschaft, die Beziehungen arbeitender Menschen als wichtig für das Unternehmen zu betrachten, aber offensichtlich vorhanden. Dafür externe Spezialisten zu nutzen ist besonders dann angeraten, wenn es um Konflikte geht. Eine sensible und mitunter heikle Angelegenheit.
Nutzen Sie die systemische Mediation für solche kritischen Situationen. Es ist eine Investition, die sich rechnet. Ich informiere Sie gerne: Telefon 033841/42026.

Tipps aus der Praxis …

...sind meistens willkommen, umso mehr, wenn sie nichts kosten. Dass dies so ist, beweist unter anderem die Tatsache, dass Sie gerade diesen Newsletter lesen. Auch Ulrike Wikner, Inhaberin von kess-Projektmanagement im fränkischen Oberasbach, nutzt dieses Wissen und gibt zwecks Kundenbindung zusammen mit einer Kollegin dreimal im Jahr einen gedruckten Newsletter heraus. Die Sommer-Ausgabe enthielt lesenswerte Kurz-Beiträge zu Selbstmanagement am Telefon, Sitzungsstress und Corporate Identity.
Wenn Sie „ERFOLGreich” künftig lesen wollen, einfach 0911/6480928 anrufen und bestellen.

Und jetzt will ich Ihnen (neben den „Jobnomaden”) noch einige Bücher empfehlen (1 bis 5 Sterne), schliesslich freut sich der Mensch nicht nur an Weihnachten über geistvolle Geschenke:

  • Mit der gewaltfreien Kommunikation nach Dr. Marshall B. Rosenberg habe ich ein Kommunikationsmodell kennen gelernt, das Brücken baut durch aufrichtiges und einfühlsames Sprechen. Rosenbergs Buch „Gewaltfreie Kommunikation” ist jetzt – endlich – auf deutsch erschienen (Junfermann, 2001, DM 34,80). Übrigens: Lesen ist gut, noch besser wäre, auch ein Seminar zu besuchen. Informationen finden Sie auf www.gewaltfrei.de oder Sie rufen 033201/20801 an.
  • „Think Limbic!” liefert einsichtige Gründe, warum sich der moderne Mensch und Manager in entscheidenden Momenten kaum anders verhält als zum Beispiel eine Eidechse. Sie ahnen, wieso? Genau, das Reptiliengehirn – das limbische System – hat sich trotz Jahrmillionen Evolution kaum verändert. Und damit, so Autor Hans-Georg Häusel, lassen sich drei „biologische Instruktionen” erkennen, die sich für Management, Motivation und Marketing nutzen lassen (Haufe, 2000, EUR 24,95). — > Unbedingt lesen!
  • Wollen Sie sich in Sachen Beruf inspirieren (lassen)? Dann greifen Sie zu „Karriereplanung mit Kreativität und System” von Edith Schütte (Falken, 2000, DM 19,90). Wer wirklich was vorhat in Sachen Berufsfindung, dem ist mit diesem 5-Schritte-Programm gut und preisgünstig geholfen. Und Kreativitätstechniken gibts gratis dazu. Aber Vorsicht: Es kommt etwas Arbeit auf Sie zu!
  • Um Konflikte ging es bereits weiter oben. Falls Sie sich in diesem Thema bilden wollen, sei Ihnen „Die Streitschule” von Simone Pöhlmann und Angela Röthe ans Herz gelegt (Junfermann, 2001, EUR 15,50). Sich auf knappe theoretische Exkurse beschränkend fokussiert das Buch erkenntnisreiche Übungen und Rollenspiele. Deshalb eignet es sich auch hervorragend als Trainingskurs für selbstorganisierte Gruppen.

Nochmal fünf Sterne zum Abschluss:

  • Sind Sie Berater? Oder wollen einer werden? Dann sollten Sie unbedingt 45 Euro investieren und sich mit den Tipps von Elaine Biech beschäftigen: „Unternehmensberater werden und bleiben” (Rosenberger, 2001, inkl. CD). Okay, zeitweise kommt die Autorin sehr amerikanisch rüber, zum Beispiel mit ihren Musterbriefen. Das lässt sich aber leicht verschmerzen bei dem Nutzen, den das Buch bietet: Sie bekommen Anregungen, die von persönlichen und organisatorischen Aspekten des Beraterberufs bis hin zu Strategien zur Geschäftserweiterung und ethischen Erwägungen reichen.

  • Falls Sie schon mal einen Blick in die Beraterwelt riskieren möchten, schmökern Sie ein bisschen in „Die Rivalen” von Gerhard Nagel (Hanser, 2001, EUR 24,90). Es ist ein streckenweise etwas konstruierter, aber dennoch lesenswerter Roman, weil er Business, Führung(sfehler) und Management transparent macht.

So, das war´s für diesmal. Ich wünsche Ihnen einen schönen Advent, ein ebensolches Weihnachtsfest und einen gelungenen Start ins neü Jahr – mit oder ohne Alukoffer-Unterwegs-Eisenbahn.

Bis zum nächsten INPUT, Ihr

Robert Heess

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