nur arbeit kein privatleben

Gute Work-Life-Balance: 13 Maßnahmen für ein glückliches Leben

Eine letzte Teams-Nachricht ploppt auf, während Sie den Laptop zuklappen und zugleich den Topf vom Herd nehmen.

Bevor das Essen auf dem Tisch steht, greifen Sie erneut zum Handy – „nur kurz antworten …“.

So wird der Feierabend unbemerkt zur nächsten Überstunde.

Ihr Arbeitsalltag und Ihre Arbeitszeit dehnen sich rund um die Uhr, bis Arbeit und Privatleben untrennbar verschmelzen. Ob Sie Arbeitnehmer, Arbeitgeber oder solo-selbstständig sind.

work-life-balanceGute Work-Life-Balance?

Fehlanzeige!

Nicht die Spur.

Sie fühlen sich nirgends wirklich anwesend und präsent.

Ich frage Sie:

Welche unsichtbaren Kosten verursacht dieser Dauerstress?

Welche Rahmenbedingungen können Sie entlasten, welches Verhältnis von Arbeit und Freizeit?

Work Life Balance, ein irreführender Begriff

Sagen wir es mal so: Den Begriff Work-Life-Balance halte ich für problematisch.

Er tut so, als gäbe es zwei strikt getrennte Bereiche: Arbeit und Leben sind nicht zwei verschiedene Dinge. Hier die Arbeit, dort das Leben, und beides sei ins Gleichgewicht zu bringen.

Als wäre das Arbeitsleben nicht Teil des Lebens!

Vielleicht sogar das eine das Gegenteil vom anderen.

Allerdings:
Für Selbständige, Freiberufler und Menschen in Führungspositionen ist eine gesunde „Life Balance“ besonders herausfordernd. Denn ihr…

Berufs- und Privatleben greifen in der Regel ineinander.

Weil sich bei so viel Verantwortung das eine nun mal nicht trennen lässt vom anderen.

Berufliche Sorgen schließen Sie nicht in Spind oder Schreibtisch ein, wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verlassen, und am nächsten Tag geht´s für Sie dann frisch-fröhlich weiter.

Genauso umgekehrt: Wenn Ihre Partnerschaft in Turbulenzen geraten ist und bei Ihnen der Haussegen schief hängt, dann werden Sie in Ihrer Arbeit vermutlich seltener vor Begeisterung sprühen als sonst. Stressbewältigung wird noch schwieriger.

Darin liegen jedoch auch Vorteile und Chancen: Wenn Sie Beruf und Privatleben bewusst gestalten statt es ausbalancieren zu wollen, entsteht Stimmiges.

Ein Lebensentwurf mit guter Balance, der Ihre Produktivität sichert – aber nicht spaltet, sondern verbindet.

Warum gute (Work)-Life-Balance wichtig ist – 13 Maßnahmen

Er klingt zwar harmlos, doch die vier Lebensbereiche, die der Begriff in den Blick nimmt, entscheiden über Ihr Wohl und Wehe. Work-Life-Balance beschreibt:

  • Arbeit und Leistung
  • Körper und Gesundheit
  • Familie und Soziales
  • Sinn und Kultur

Alle Lebensbereiche brauchen Ihre Aufmerksamkeit.

Vernachlässigen Sie auch nur einen einzigen zu lange, setzten Sie eine Abwärtsspirale in Gang.

Gleichzeitig gilt: (Work)-Life-Balance bedeutet nicht weniger Leistung, weniger produktiv zu sein, sondern kluges Selbstmanagement.

Das Spektrum, das Sie dafür in den Blick nehmen sollten, reicht von angenehmen Arbeitsplätzen, flexiblen Arbeitszeiten bis zu guter Positionierung und Honorierung – und innerer Haltung, auf die Kunden, Kollegen und die eigene Familie (!!) zählen können.

Das macht es so wichtig für jeden, eine gute „Work-Life-Balance“ zu erreichen und für spürbare Entlastungen zu sorgen.

Die folgenden 13 bewährten Tipps werden Sie dabei unterstützen,

#1 – Machen Sie private Bedürfnisse sichtbar.

Vor allem für Sie selbst, erst zu gegebener Zeit für andere.

Das bedeutet:
Was wünschen Sie sich gerade am meisten, am dringlichsten?
Als Mensch (!!!), nicht als Unternehmer*in!

# Vielleicht mehr Schlaf?
# Mehr Zeit für ein Hobby?
# Geld für eine ganz persönliche Anschaffung?

Denken und fühlen Sie, schreiben Sie auf, was Sie beobachten und nehmen Sie es ernst.

Mit andern sprechen Sie am besten erst darüber, wenn sich eine relative Gewissheit in Ihnen breitgemacht hat, dass Einwände Sie nicht sofort umhauen.

#2 – Planen Sie mit System – Achtung, Wutausbrüche möglich

Weil dieses System gewohntes Denken über den Haufen werfen und entsprechend herausfordern kann.

Aber die Lebensqualität, die Ihnen die „50-Prozent-Regel“ schenkt, ist alle Mühe wert.

Versprochen!

Die Regel anzuwenden bedeutet, die Hälfte seiner zur Verfügung stehenden Zeit zu verplanen.

HÖCHSTENS die Hälfte!

Reinen Gewissens empfehle ich Ihnen dieses Werkzeug, weil ich es seit Mitte der 1990er-Jahre anwende und um seine beeindruckende Wirkung weiß.

Und um die Herausforderung, die es mit sich bringt.

Alles Weitere finden Sie hier: Wenn Unternehmer ausrasten – Zeitmanagement ist was für Mutige

#3 – Planen Sie Zeit für sich selbst.

„Ja ja, die viel beschworene Qualitätszeit.“

Ich sehe Sie schon seufzend abwinken.

Stimmt.

Das Thema „Quality Time“ beschäftigt regelmäßig Medien unterschiedlichster Couleur.

Mit Ihrer selbstständigen Arbeit haben Sie jedoch ein As im Ärmel, weil Sie sagen können, wo´s lang geht.

Deshalb appelliere ich an Sie:
Persönliche Auszeiten gehören in den Kalender. Wie Kundentermine.

Und nicht, wenn mal Luft ist.

Sondern verbindlich.

Was geplant ist, wird viel wahrscheinlicher real.

Ich nenne das „Schraffierte Wochen“.

Beginnen Sie mit einzelnen „Schraffierten Tagen“, so bald wie möglich.
Spätestens in sechs Monaten empfehle ich Ihnen, monatlich mindestens drei Schraffierte Tage einzuplanen.

Besser eine ganze Woche – pro Monat!

(Viele Arbeitnehmer können davon nur träumen weil unrealistisch, Selbstständige können gestalten.)

Aus meiner eigenen Erfahrung versichere ich Ihnen:
Nicht nur Ihrer Gesundheit, Ihrer Arbeits- und Lebensfreude wird dies gut tun, es kann sich auch positiv auf Ihren Umsatz auswirken.

Hoch gesteckte Ziele? Durchaus. Aber wer klare Grenzen setzt, um seinen Arbeitsalltag erfolgreich zu meistern, wird Zeit und Energie für alles Wichtige haben!

#4 – Schaffen Sie sich tägliche Anfangs- und Endrituale.

Nicht einfach Laptop oder Büro öffnen und loslegen, bitte nicht.

Gönnen Sie sich einen weicheren, einen fließenden Übergang in den Arbeitstag hinein und wieder heraus.

Kleine Rituale, die nur drei, vier Minuten Ihrer natürlich kostbaren Zeit beanspruchen, eignen sich dafür sehr gut.

Eine kurze Schreibübung zum Beispiel.
Eine halbe Hit-Länge abtanzen.
Sich selber zehn Atemzüge lang im Spiegel anlächeln.
Solche Sachen.

Glauben Sie mir:
Das hilft, den Tag innerlich zu strukturieren.

#5 – Arbeiten Sie in klaren Zeitblöcken.

25 Minuten am Stück arbeiten und dann Pause machen, das kann Wunder wirken.

Die gute alte Pomodoro-Technik funktioniert erwiesenermaßen, um effizient zu arbeiten und echte Pausen zu ermöglichen.

Sie müssen die 25 Minuten halt ermöglichen…

Details finden Sie z.B. auf karrierebibel: Pomodoro macht glücklich

Und wenn Ihnen 90-Minuten- oder Zwei-Tage-Sprints eher liegen, auch gut.

#6 – Definieren Sie Ihren Erfolg neu.

Damit ist gemeint: jenseits von Business-Kennzahlen.

Jenseits von Umsatz und Sichtbarkeit, von Netzwerk, Besitz, wie viele Veröffentlichungen Ihren Namen tragen.

Was bedeutet Erfolg für SIE?

Vielleicht Gesundheit?
Zeit für die Kinder?
Projekte, die einem sozialen Zweck dienen?

Meinen persönlichen Weg haben die Gedanken von Ralph Waldo Emerson von Anfang an beeinflusst, ich zitiere nach gutezitate.com:

Was ist Erfolg?
Viel zu lachen,
die Liebe von Kindern zu gewinnen,
den Verrat falscher Freunde zu ertragen,
die Welt zu einem klein wenig besseren Ort zu machen, als sie es war, bevor wir in sie hineingeboren wurden,
die gesellschaftlichen Verhältnisse in irgendeiner Beziehung verbessern,
oder den Menschen helfen, gesünder zu werden,
zu wissen, daß ein Leben leichter atmet, seit du lebst,
Das ist Erfolg.“

#7 – Ziehen Sie kluge Schlüsse aus dem, was war.

Wochen- und Monatsrückblicke sind dafür das Werkzeug der Wahl.

Zehn Minuten können schon reichen für so einfache Fragen wie diese:

Was lief gut? Was nicht?
Wovon brauche ich mehr, wovon weniger, in meinem Alltag?

#8 – Setzen Sie Ihrer Erreichbarkeit Grenzen.

Indem Sie Zeitblöcke festlegen, wann Sie telefonisch erreichbar sind und E-Mails beantworten.

Das schützt Ihre Zeit. (Und ist eine der Voraussetzungen für Tipp Nr. 5.)

Ja, das kann herausfordernd sein. Ein Kunde, ein gestandener Unternehmer mit siebenstelligem Umsatz, hat im Coaching steif und fest behauptet: „Das geht nicht, ich muss rund um die Uhr erreichbar sein.“

Sie sind die Chefin, Sie sind der Chef, Sie gestalten (um immer wieder Energie zu tanken). Solange Sie am Ende des Arbeitstages zufrieden sind, Ihre To-Do-Liste wegpacken und Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit …

#9 – Reduzieren Sie digitale Ablenkung.

Es liegt auf der Hand, was zu tun ist, oder?

Push-Mitteilungen ausschalten.
Social-Media nur zu bestimmten Uhrzeiten und begrenzt.
E-Mails nicht ständig checken.

So gewinnen Sie Klarheit und Fokus.

#10 – Automatisieren Sie, was automatisierbar ist.

Damit sind die vielen vermeintlich kleinen Dinge gemeint, die Sie übers Jahr eine Menge Zeit kosten.

Rechnungen, Terminvereinbarungen, Social-Media-Planung – vieles lässt sich mit Tools vereinfachen.

Sie einzurichten, kostet zwar zunächst zusätzlich Zeit, schafft aber schnell Luft.

So dass Sie Arbeit und Privatleben leichter in Einklang bringen können.

Gehen Sie einen Schritt nach dem anderen, installieren Sie Tool für Tool, ganz in Ruhe.

Und anerkennen Sie sich selbst dafür in Ihrem Wochen-Rückblick!

#11 – Üben Sie, auch „nein“ zu sagen.

Erlauben Sie sich zu fühlen, wie gut das tun kann.

Weil eben nicht jede Anfrage passt.

Nicht jede Idee umgesetzt werden muss.

Grenzen zu setzen, schützt Ihre Energie.

Dasselbe gilt für aussichtslose Projekte:
Sagen Sie „nein“ und beenden Sie das Ganze, selbst wenn Sie schon viel Zeit und Geld investiert haben.

#12 – Vernetzen Sie sich mit anderen (Solo-)Selbstständigen.

Austausch ist Gold wert – für Ideen, Mut und das Gefühl, nicht allein zu sein.

Suchen Sie gezielt nach Menschen, mit denen Sie offen sprechen können.

Eine Mastermind-Gruppe zu finden oder zu gründen, ist dafür der Königsweg.

Eine nette Anleitung, wie Sie effektiv vorgehen, finden Sie z.B. hier: So funktioniert eine Mastermind

#13 – Schaffen Sie einen Gegenpol zur Kopfarbeit.

Sich bewegen, ist das Zauberwort.

Warten Sie nicht, bis Ihr Arzt Ihnen damit in den Ohren liegt.

Der Gegenpol muss kein Sportprogramm sein.

Ein kurzer Spaziergang, eine Einheit Büro-Gymnastik, auch hier sind es die kleinen Unterbrechungen, die so gut tun und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben fördern.

Der ultimative Bonus-Tipp, der immer gilt

Feiern Sie!

Auch und gerade die kleinen Erfolge – und das regelmäßig!

Sie feiern also nicht nur die gelungene Präsentation oder den dicken Auftrag.

Sie feiern ganz bewusst Ihr Home-Office, das anregende Telefonat von heute Vormittag, die verlässliche Kinderbetreuung, den fest eingeplanten freien Nachmittag kommende Woche, Ihre sozialen Kontakte – alles das sind Meilensteine auf Ihrem Weg, lange Arbeitszeiten aufzulockern, hin zu einer ausgewogenen Mischung von Beruf und privat.

Jetzt kommt es, das Bäh-Wort „Disziplin“ – aber anders!

Die 13 gar nicht soooo wilden Tipps sind ja ganz nett, denken Sie vielleicht, und dass Sie das ja teilweise auch schon probiert haben.

Nur eben nicht mit dem Erfolg, den Sie sich erwartet hatten: abschalten nicht geschafft.

Bei mir war´s auch nicht anders. Bis ich den Dreh raus hatte.

Als ich dem vielgeschmähten Begriff „Disziplin“ eine neue Bedeutung gab, tauchte logischerweise vieles in meinem Erleben anders und neu auf.

Und funktionierte plötzlich.

Eine Kundin formulierte es neulich so:

Ihre Energie, ihre Kraft und ihr Erfolg hätten nichts mit „sich zusammenreißen“ zu tun, schrieb sie.

„Aber es hat sehr wohl etwas mit Disziplin zu tun – in der besten Bedeutung, die ich kenne.

Disziplin ist für mich die höchste Form der Selbstliebe.

Wenn wir beginnen, uns selbst ernst zu nehmen, unsere Bedürfnisse nicht nur zu sehen, sondern sie zu nähren, dann entsteht eine Form von Selbstführung, die unsere Kraft stärkt – ganz ohne Druck.

Diese Art von liebevoller Disziplin bedeutet: dranbleiben, statt durchziehen.

Spüren, statt kontrollieren und Routinen leben, die uns aufladen und nicht auslaugen.“

Eine wunderbare, sehr weibliche Erläuterung, nicht wahr?

Übrigens:

Die 13 Maßnahmen sind natürlich keine Dogmen, sondern Angebote, eine ausgewogene Work-Life-Balance zu verbessern und zu bewahren.

Probieren Sie flexibel aus, was für Sie funktioniert.

Auf jeden Fall nicht alles auf einmal.

Aber Schritt für Schritt.

„Nur Arbeit“ ist dann endgültig Vergangenheit

Alles beginnt mit einer Entscheidung, wer hätte das gedacht.

Trotzdem weise ich zum Abschluss explizit darauf hin.

Weil es eben nicht vom Himmel fällt, Arbeit und Privatleben ausgewogen zu leben.

Das ist kein Zustand, den man erreicht und dann abhakt.

Es ist eine tägliche Entscheidung: für Sie selbst, Ihre Werte – und ein Leben außerhalb Ihres Berufs.

Anders ausgedrückt: Geben Sie der Liebe den Stellenwert, der ihr gebührt.

Drei Säulen, ein Leben

Im Kern geht es um drei Lebensbereiche, die ins Gleichgewicht kommen wollen, damit Selbstständigkeit nicht zur Selbstaufgabe wird und Sie Ihre Work-Life-Balance verbessern:

  1. Zeit: Habe ich noch Raum für mich – außerhalb von Kundenterminen und To-do-Listen?
    >> Coachingbriefe MEHR ZEIT NAVI für Selbstständige
  2. Geld: Reicht mein Einkommen aus, um sicher zu leben – und nicht nur zu überleben?
    >> Coachingbriefe MEHR GELD NAVI für Selbstständige
  3. Beziehungen: Bleiben Freundschaften, Partnerschaft und Familie auf der Strecke?
    >> Coachingbriefe MEHR FAMILIE NAVI für Selbstständige

Keiner dieser Bereiche ist für sich allein entscheidend für eine gesunde Work-Life-Balance.

Aber wenn einer dauerhaft vernachlässigt wird, kippt das ganze System.

Ob Sie selbstständig sind oder angestellt.

Und wir sind wieder am Anfang dieses Artikels…

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